Die Formel
PVI_prompt = 0.5 · Mention + 0.3 · Position + 0.2 · Sentiment
- Mention (0 oder 1): Wird die Marke in der Antwort genannt?
- Position (0 bis 1): Je früher in der Antwort, desto höher — frühe Nennungen prägen die Wahrnehmung.
- Sentiment (−1 bis +1, auf [0,1] normalisiert): Wie wird die Marke charakterisiert?
Der PVI wird pro Prompt berechnet und über das gesamte Prompt-Set gemittelt — je Modell und als gewichteter Gesamtwert. Die Gewichte (0.5/0.3/0.2) sind ein Arbeitsmodell aus der Beratungspraxis; entscheidend ist, sie über die Zeit konstant zu halten, damit Deltas interpretierbar bleiben.
Interpretation und Benchmarks
Arbeits-Benchmarks für KI-sichtbarkeits-orientierte Enterprise-Brands (aus laufenden Messungen, keine Garantien): 0,35–0,55 ist der typische Zielkorridor. Werte unter 0,15 zeigen ein strukturelles Sichtbarkeits-Problem. Werte über 0,7 in einem breiten Prompt-Set sind meist ein Warnsignal für Prompt-Bias — das Set fragt die Marke faktisch ab, statt den Markt abzubilden.
Der Wert entfaltet seinen Nutzen in der Zeitreihe: Wochen-Messung erlaubt Trend-Erkennung, das Monats-Delta zeigt die Wirkung von Interventionen — vorausgesetzt, das Prompt-Set bleibt konstant und Änderungen daran werden versioniert.
PVI im KPI-System
Der PVI beantwortet die Qualitäts-Frage der generativen Sichtbarkeit: nicht nur ob die Marke vorkommt (Share of Model) oder ob sie zitiert wird (Citation Rate), sondern wie sie erscheint — wie früh, wie positiv. In Reportings ersetzt er die unsteuerbare Aussage „irgendwo erscheint unsere Marke“ durch eine konkrete Zahl mit Baseline und Trend. Sentiment-Verschiebungen über die Zeit macht ergänzend der Reputation Drift Index sichtbar.
Praxis-Regeln
- Prompt-Set versionieren: Jede Änderung am Set bricht die Vergleichbarkeit — Änderungen dokumentieren und Baselines neu ziehen.
- Mehrere Runs: Generative Antworten streuen; Einzelläufe erzeugen Schein-Trends.
- Je Modell ausweisen: Ein Gesamtwert ohne Modell-Aufschlüsselung verdeckt, wo Handlungsbedarf besteht.
- Nicht isoliert optimieren: Ein steigender PVI bei fallender Citation Rate deutet auf Nennungen ohne Quellen-Status — das ist ein anderes Problem als Unsichtbarkeit.
Verwandte Begriffe
Der PVI gehört zum KPI-Set der generativen Sichtbarkeit mit SoM, Citation Rate und Brand Mention Density. Wie das Mess-Set in der Zero-Click-Ära zusammenspielt, zeigt Zero-Click, ROI & KPI.
PVI macht generative Sichtbarkeit steuerbar
Mention, Position und Sentiment einzeln sind Beobachtungen. Als konstant gewichteter Index werden sie eine Kennzahl mit Baseline, Trend und Interventions-Delta — das Ranking-Tracking der generativen Ära.
FAQ zu Prompt Visibility Index
Wie wird der PVI berechnet? ▾
Pro Prompt als gewichtete Summe: 0,5 × Mention (0/1) + 0,3 × Position (0–1, je früher desto höher) + 0,2 × Sentiment (normalisiert auf 0–1). Anschließend wird über das Prompt-Set gemittelt und je Modell sowie als Gesamtwert ausgewiesen.
Welcher PVI-Wert ist gut? ▾
Arbeits-Benchmark für Enterprise-Brands mit KI-Sichtbarkeits-Fokus: 0,35–0,55. Unter 0,15 liegt ein strukturelles Problem vor. Werte über 0,7 in breiten Prompt-Sets deuten meist auf Prompt-Bias hin, nicht auf außergewöhnliche Sichtbarkeit.
Warum Position und Sentiment einbeziehen? ▾
Weil Nennung allein wenig aussagt: Eine späte, beiläufige oder negative Erwähnung wirkt anders als eine frühe, positive Empfehlung. Der Index bildet diese Qualitätsdimension ab — und macht Interventionen sichtbar, die die reine Mention-Rate nicht verändern.
Wie oft sollte der PVI gemessen werden? ▾
Wöchentlich für Trend-Erkennung, monatlich für Interventions-Deltas. Voraussetzung ist ein konstantes, versioniertes Prompt-Set mit mehreren Durchläufen pro Messung — sonst misst man Streuung statt Entwicklung.